MTU trotz Turbulenzen auf Kurs


Dennis Etzel
  • Einfluss der Triebwerksprobleme zum jetzigen Zeitpunkt noch schwer abschätzbar
  • 2018 wird trotz dynamischen Umsatzwachstums eher ein Übergangsjahr
  • Basis für höhere Margen aus dem Folgegeschäft wird gelegt
  • MTU-Aktie nicht zu ambitioniert bewertet

Nachdem der Münchner Flugzeugtriebwerkshersteller MTU noch im Dezember vergangenen Jahres einen ermutigenden Ausblick für 2018 gab, ging die Stimmung der Investoren mit dem Bekanntwerden von Triebwerksproblemen beim Airbus A320neo in den letzten Wochen deutlich nach unten. Daher war es bei der heutigen Veröffentlichung der Ergebnisse spannend, ob das Management beim Ausblick für das Jahr 2018 zurückrudern muss.

Während die Zahlen für den Jahresabschluss 2018 erwartungsgemäß ausfielen, ist der Einfluss der Triebwerksprobleme beim A320neo auf den Geschäftsverlauf 2018 zum jetzigen Zeitpunkt noch schwer abzuschätzen. Die Fehlerquelle ist zwar kein MTU-Bauteil. Dennoch führen die Probleme dazu, dass rund 100 Triebwerke des Typs GTF für den A320neo nicht ausgeliefert werden können. Positiv daran ist jedoch, dass  zuvor ausgelieferte Triebwerke für andere Kunden von MTU, z.B. Boeing, Bombardier oder Embraer, nicht betroffen sind. MTU prüft mit seinen Partnern nun intensiv, ob man zwischenzeitlich die alte Lösung an Airbus liefern kann, damit der Engpass umgangen werden und man die Mängel in dieser Zeit beheben kann.

Unabhängig von diesen temporären Turbulenzen sieht sich MTU auf Kurs. Zwar wird 2018 eher ein Übergangsjahr, da das zu erwartende dynamische Umsatzwachstum von 30 Prozent beim Neugeschäft von Triebwerken aufgrund der Anlaufkosten und der niedrigen Margen zunächst keinen großen Ergebnisbeitrag liefern wird.  Aber es wird jetzt die Basis für einen starken Anstieg des margenstarken Wartungs-, Reparatur- und Ersatzteilgeschäfts ab 2019 gelegt. Zudem wird die Marge bei den neuen GTF-Triebwerken deutlich besser sein als bei älteren Triebwerken.

Durch den daraus entstehenden hohen Anteil an wiederkehrenden Umsätzen erhöht sich die Planbarkeit bei MTU beträchtlich. Vor dem Hintergrund der möglichen Ergebnisbeiträge in 2019 ist die MTU-Aktie insbesondere nach der jüngsten Kurskorrektur mit einer Bewertung in Höhe des 14-fachen operativen Gewinns (EBIT) und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 15 sicherlich nicht zu ambitioniert bewertet.

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