Hugos Boss bekommt Druck


Dennis Etzel

Seit Mai 2016 ist Mark Langer CEO von Hugo Boss, zuvor war er seit Anfang 2010 CFO des Unternehmens. Er hatte zusammen mit seinem CEO-Vorgänger Claus-Dietrich Lahrs erfolglos versucht den Anzughersteller in einen Luxuskonzern zu verwandeln. Seit seiner Ernennung zum CEO dreht er das Rad wieder zurück und fokussiert das Geschäft wieder auf die alten Stärken. Randbereiche werden eliminiert und die Positionierung der Marke in Asien und den USA werden überarbeitet. Hört sich alles gut an, allerdings gab das Management beim Investorentag im letzten Herbst zu bedenken, dass 2017 ein Übergangsjahr wird, bevor die Massnahmen greifen und die operative Marge wieder in Richtung besserer vergangener Tage steigt.

Unterstützung von Großaktionären

Die italienische Textilunternehmerdynastie und Großaktionärin Marzotto, seit 1991 bei Hugo Boss beteiligt und heute mit rund 10% noch immer der einflussreichste Investor sowie im Aufsichtsrat vertreten, unterstützt offenbar die Kehrtwende in der Unternehmensstrategie. Allerdings scheint es den Marzottos zu langsam zu gehen. So bekommt CEO Langer nun Druck. Die Familie Marzotto hat ihren guten Bekannten Albert Frére aktiviert, der nicht nur die Groupe Bruxelles Lambert (GBL) steuert, sondern auch reichster Belgier ist. Frére hat sich mit rund 3% an Hugo Boss beteiligt und es ist wenig wahrscheinlich, dass er dabei bewenden lässt. Denn er ist bekannt dafür Einfluss bei seinen Investments auszuüben. Bewiesen hat er das bereits bei Adidas, bei der er aktuell rund 7% hält und durch Vertraute im Aufsichtsrat vertreten ist. Die Adidas Aktie ist seit dem Einstieg von Frére im Sommer 2015 um mehr als 100% gestiegen.

Naheliegend ist also, dass Frére mithilfe der Marzottos die Restrukturierung von Hugo Boss beschleunigen wird. Sollte sich die EBIT-Marge nach dem kontinuierlichen Rückgang der vergangenen Jahre von 18-19% in den Jahren 2012 bis 2013 auf rund 11% im vergangenen Jahr mittelfristig wieder nach oben bewegen, sind Kurse von 75 Euro nicht ausgeschlossen. Denn auf diesem Niveau würde das Unternehmen selbst bei einem lediglich geringen Anstieg der EBIT-Marge auf 13,5% mit dem 15-fachen des operativen Gewinns bewertet werden, was in etwa dem historischen Durchschnitt entspricht und auch gegenüber vergleichbaren Unternehmen aus dem gehobenen Textilbereich nicht zu teuer wäre. Und sollten Frére und Marzotto es schaffen, einen Käufer für das Unternehmen aufzutun, wird sicherlich eine Übernahmeprämie oben drauf kommen.

Der von uns beratene Value Opportunity Fund ist in Hugo Boss investiert.

 

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