Gesucht: Weltmarktführer mit dem gewissen Etwas

Für das Aktienportfolio des Value Opportunity Fund spüren wir sowohl substanzhaltige Nebenwerte als auch Small und Mid Caps von Unternehmen in Sondersituationen auf.


Dennis Etzel

Der Name ist Programm: Mit ihrem Mischfonds Value Opportunity setzt die Darmstädter Investmentboutique Eligo Advisors auf der Aktienseite nicht nur auf Substanzwerte, sondern auch auf so genannte Opportunitäten, sprich: Unternehmen in Sondersituationen wie eine Umstrukturierung oder eine bevorstehende Übernahme. Weitere Besonderheit: Fondsmanager Dennis Etzel fokussiert sich auf europäische und insbesondere deutsche Mittelständler.
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Mit diesem Schwerpunkt steht sein Fonds im Gruppenvergleich über alle Vergleichszeiträume sehr gut da: So ist er in seiner FWW-Kategorie Mischfonds dynamisch Euroland derzeit der einzige Wettberber, der über zwölf Monate im Plus liegt (3,3 Prozent zum Stichtag 14. März). Über drei und fünf Jahre liegt der Value Opportunity mit einem Wertzuwachs von 21,4 beziehungsweise 27,10 Prozent jeweils auf Rang 2. Als einen der Gründe für die guten Ergebnisse nennt Etzel unter anderem seine Politik, das Portfolio in schwachen Marktphasen wie Ende vergangenen Jahres mit Derivaten abzusichern.

Der Fondsmanager, der vor seinem Einstieg bei Eligo Advisors Anfang 2015 acht Jahre als Aktienanalyst und sieben Jahre als Portfoliomanager tätig war, sieht im von ihm bevorzugten Anlageuniversum einen klaren Vorteil:

Bei Nebenwerten ist die Informationsineffizienz größer als bei Standardwerten, da sie von weniger Analysten und Investoren verfolgt werden. Damit können wir mit einer eigenen intensiven Analyse einen Mehrwert erzielen.



Die empirisch zu beobachtende Überrendite von Nebenwerten gegenüber Large Caps unterstreiche dies, ergänzt Etzel und verweist zudem auf die langfristige Überlegenheit von Value-Nebenwerten. Ein gutes Beispiel sei Sixt: „Das Unternehmen ist der weltweit profitabelste und am schnellsten wachsende Autovermieter, dessen Geschäftsmodell zudem hohe Markteintrittsbarrieren aufweist.“

Neben Value-Titeln spüren Etzel und sein Team auch immer wieder Unternehmen in Sondersituationen auf. Etzel: „Ein gutes Beispiel ist der E-Business-Dienstleister Syzygy, bei dem wir neben dem soliden Geschäftsmodell die Chance sehen, dass der Mehrheitsaktionär mittelfristig seinen Anteil ausbaut und eventuell ein neues Übernahmeangebot unterbreiten wird.“ Hin und wieder komme es auch zu Überschneidungen zwischen beiden Anlagestrategien: So sei etwa Syzygy zunächst ein rein aus Value-Überlegungen heraus getätigtes Investment gewesen.

Den hohen Anteil von Aktien aus dem deutschsprachigen Raum – aktuell liegt die Deutschland-Quote bei 87 Prozent – begründet Etzel mit den vielen heimlichen Weltmarktführern, die attraktive Kaufgelegenheiten böten. „Von den etwa 1.300 börsennotierten Unternehmen im deutschsprachigen Raum sind etwa 400 dem Bereich Small und Mid Caps zuzuordnen. Von diesen entsprechen rund 100 unseren Value- und Opportunity-Kriterien“, erläutert Etzel. Aus diesem Anlageuniversum schaffen es im Schnitt rund 30 bis 40 Titel ins Aktienportfolio des dynamischen Mischfonds.

Seine Aktienquote kann der Fondsmanager prinzipiell zwischen null und 100 Prozent gewichten. Wie hoch die Gewichtung ausfällt, sei aber nicht einer bestimmten Risikoeinschätzung der allgemeinen Marktsituation geschuldet, sondern resultiere aus der Bottom up-getriebenen Aktienanalyse: „So lag beispielsweise die Aktienquote im Februar 2015 bei rund 87 Prozent, da sich zu diesem Zeitpunkt viele unserer Aktienpositionen gut entwickelt hatten“, sagt Etzel.

Umgekehrt seit die Quote im September 2015 mit 46 Prozent unter anderem aufgrund von Gewinnmitnahmen deutlich niedriger gewesen. „Auch die Kasse ist für uns immer eine strategische Option, da wir lieber kein Investment eingehen als ein schlechtes Investment“, ergänzt der Eligo-Manager. Seit September hat er diverse Kaufgelegenheiten genutzt und die Aktienquote mittlerweile wieder auf 73 Prozent erhöht.

Die Gewichtung der Anlagestile innerhalb des Aktienportfolios hängt unter anderem von der allgemeinen Marktlage ab: Etzel: „In Phasen mit hohen Aktienbewertungen sinkt naturgemäß der Value-Anteil, da es dann schwieriger wird, Titel zu finden, die unsere Kriterien erfüllen. Dann stehen verstärkt Opportunity-Titel im Fokus.“

Denselben Anlagestil setzt Etzel auch auf der Anleiheseite um: „Wir investieren in die Fremdkapital-Seite von Unternehmen, die unseren Value- oder Opportunity-Kriterien entsprechen, bei denen wir aber das Chance-Risiko-Verhältnis auf der Anleiheseite als attraktiver bewerten“, erläutert er und nennt als Beispiel Hapag-Lloyd. Dabei vermeidet Etzel allzu lange Laufzeiten, um Zinsänderungsrisiken zu minimieren. „Zuletzt haben wir bei einigen Unternehmensanleihen Ausverkaufskurse gesehen und selektiv nachgekauft“, beschreibt er seine jüngsten Aktivitäten auf der Rentenseite seines Portfolios.

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